Einen Gummistiefel
so werfen, dass er richtig stehen bleibt: Das war in Gorleben eine
der Aufgaben, die die Teilnehmer bei der Sportiven Landpartie lösen
mussten. Allein an der Mehrzweckhalle starteten über 100 Teilnehmer
am Sonntag ihre Tour zu weiteren sportlichen Anlaufstellen. Aufn.:
T. Lieske
tl Gartow. Einen beeindruckenden Teilnehmerrekord hat die 14. Sportive Landpartie
des Kreissportbundes (KSB) Lüchow-Dannenberg am Sonntag verzeichnet:
»Exakt 300 sportlich Begeisterte hatten im Ostkreis Lust auf Bewegung»,
freut sich KSB-Vorsitzender Hans-Jürgen Bosselmann riesig über die Resonanz
auf die Traditionsveranstaltung.Zum Vergleich: Die bislang beste
Beteiligung hatte es 2004 mit 209 Teilnehmern gegeben. Mit dieser Resonanz
habe man überhaupt nicht gerechnet, betont Bosselmann. Mit dabei waren
Gäste aus Bleckede, Arendsee oder Wochenend-Ausflügler aus Hamburg und
Feriengäste aus Nordrhein-Westfalen.
Sie alle hatten von 10 bis 15 Uhr die Gelegenheit, sechs Stationen
zu besuchen und dort einfache, sportliche Aufgaben mit viel Spaß zu
bewältigen. In Gorleben bot der TuS Gorleben an der Mehrzweckhalle Geschicklichkeitsspiele
mit Tennisvarianten an: Vor dem Start an der Halle mussten die Aktiven
in eine Kiste schauen und sich zehn Dinge merken, die darin verstaut
waren. Danach galt es, eine Murmel in ein auf einem Tennisschläger markiertes
Feld zu balancieren. Wer gut zielen konnte, durfte sich an einer Wasserpistole
ausprobieren. Mit dem Wasserstrahl sollte ein Ballon in einen Bottich
bugsiert werden. Auf der Wiese am Eingang übten sich Jung und Alt darin,
einen Gummistiefel nach dem Abwurf zum Stehen zu bringen. Am Ende des
Parcours musste jeder Teilnehmer noch einmal auflisten, was er von den
zehn Gegenständen behalten hatte. Beliebt ist Gorleben bei der Sportiven
Landpartie offenbar als Startpunkt: Allein 101 Starter begannen dort
die Tour mit ihren Stempelkarten, freuten sich sowohl Bosselmann als
auch Monika Röske vom TuS.
Genau treffen war nicht nur bei der »perfekten Minute» in Meetschow
angesagt, sondern auch in Gartow am Schützenplatz. Dort richtete die
Schützengilde Gartow ein Luftgewehrschießen für die Großen auf die Biathlonscheibe
aus. Die Kleinen durften sich bei anderen Zielspielen vergnügen. Auch
am Nordufer des Gartower Sees gab es reichlich Raum zur sportlichen
Betätigung: Dort waren neben Badminton-Fans, die zwei unterschiedliche
Variationen der schnellen Sportart ausprobieren durften, vor allem die
Wasserratten gefragt. Unter der Federführung der SV Gartow, des Segelclubs
Gartow und des Drachenbootvereins »Seeadler» durften Segelfans und Paddelbegeisterte
ihrem Bewegungsdrang auf dem Wasser freien Lauf lassen. Freudenrufe
auf dem See waren schon von der Straße aus zu hören.
Kooperationsaufgaben, die die Gemeinschaft im Sport fördern sollten,
gab es in Schnackenburg auf dem Sportplatz. Zu zweit oder mit einer
Kleingruppe galt es, Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen und nicht
nur mit sportlicher Betätigung zum Ziel zu gelangen. Dazu lud der TuS
Schnackenburg ein. Eine Neuheit im Repertoire der Sportiven Landpartie
bot der Tennisclub Gartow auf dem Dorfplatz in Holtorf: Bei vielen steht
sie mittlerweile im Wohnzimmer, in Holtorf war sie im Freien zu nutzen:
die Spielekonsole »Wii». Der elektronische Sport begeisterte Jung und
Alt und forderte durchaus auch Bewegung von den Teilnehmern ab. Per
Infrarot-Steuerung musste die Sportart auf dem Monitor nachgestellt
werden.
Ihren gelungenen Abschluss fand die sportive Veranstaltung des Kreissportbundes
am Nachmittag auf dem Schützenplatz in Gartow: Unter den staunenden
und zugleich respektvollen Blicken der zahlreichen Zuschauer führte
eine Klettergruppe unter der Leitung der Gartowerin Margit Reinecke
vor, was es zu beachten gilt, wenn man eine zwölf Meter hohe Eiche hinaufklettern
möchte. Wohl gemerkt: Es waren drei Kinder, die den Erwachsenen schwindelfrei
eine Klettershow darboten. Zum Abschluss gab es für jeden Teilnehmer,
der mindestens vier Stempel auf seiner Karte an den Stationen gesammelt
hatte, ein T-Shirt der Sportiven Landpartie 2011. Allerdings: Wegen
der unerwartet großen Resonanz mussten sich einige Teilnehmer mit T-Shirts
aus dem Vorjahr begnügen. So war die 14. Auflage der Sportiven Landpartie
gleich in mehrfacher Hinsicht überraschend - nicht nur wegen der Teilnehmerzahl,
sondern auch wegen ihrer Vielfalt und Neuheit des sportlichen Programms.
Mit freundlicher Genehmigung der Elbe-Jeetzel-Zeitung